Roy Ward Baker

Biografie
Roy Ward Baker war ein englischer Filmregisseur. Sein bekanntester Film ist „Die letzte Nacht der Titanic“, der 1959 mit dem Golden Globe als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde. Seine spätere Karriere war vielseitig und umfasste zahlreiche Horrorfilme und Fernsehserien. Bakers frühe Karriere, von 1934 bis 1939, verbrachte er bei Gainsborough Pictures, einer britischen Filmproduktionsfirma mit Sitz in Islington, Nordlondon, die für ihre prestigeträchtigen Produktionen bekannt war. Seine ersten Aufgaben waren einfach – er kochte beispielsweise Tee für die Crew –, doch bereits 1938 hatte er sich zum Regieassistenten für Alfred Hitchcocks „Eine Dame verschwindet“ hochgearbeitet. Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der Armee, bis er 1943 zur Kinematographeneinheit der Armee wechselte, um seine in der Vorkriegszeit erworbenen Fähigkeiten in der Produktion von Dokumentarfilmen und Lehrmaterialien für die Truppen besser einsetzen zu können. Einer seiner damaligen Vorgesetzten war der Schriftsteller Eric Ambler. Er war es, der Baker 1947 mit der Regie von „The October Man“ nach einem Drehbuch von Ambler seinen ersten großen Durchbruch ermöglichte. Ambler adaptierte auch Walter Lords „A Night to Remember“ für Bakers Verfilmung von 1958. Anfang der 1950er-Jahre arbeitete Baker drei Jahre in Hollywood, wo er Marilyn Monroe in „Don't Bother to Knock“ (1952) und Robert Ryan in dem 3D-Film noir „Inferno“ (1953) inszenierte. Er kehrte für die zweite Hälfte des Jahrzehnts nach Großbritannien zurück, wechselte aber Anfang der 1960er-Jahre zum Fernsehen. Er führte Regie bei Episoden von „The Avengers“, „The Saint“ und „The Champions“ – allesamt Abenteuerserien, die speziell für den amerikanischen Markt konzipiert waren. Die Low-Budget-Mentalität der Fernsehproduktion prädestinierte ihn für seinen nächsten Karriereschritt: die kostengünstige, aber aufwendig gestaltete britische Horrorfilmproduktion. Er führte unter anderem bei „Quatermass and the Pit“ (1967), „The Vampire Lovers“ (1970) und „Draculas Narben“ (1970) für Hammer sowie bei „Asylum“ (1972) für Amicus Regie. Ende der 1970er-Jahre kehrte er zum Fernsehen zurück und arbeitete auch in den 1980er-Jahren weiterhin für das Fernsehen. 1992 ging er in den Ruhestand.

























